Charisma 2. Teil

Im nächsten Winterlager wurde noch ein wenig mehr restauriert.

Die Polster der Rückbank waren ebenso hin wie die ursprünglichen Polster drinnen.
Die Holzteile, auf denen das ganze steht, sahen auch sehr 'angegriffen' aus.

Deshalb alles raus und neu

Es gab dann auch noch neue Steckdosen, damit man nicht immer in die Backskiste krabbeln muss um mal das Handy auf zu laden.
Und dann kamen die neuen Aussen Polster von Farid
Nun war erst mal alles fertig und die neue Saison konnte starten.  

Bis auf den Rumpf an sich war nun so ziemlich alles ausgetauscht. Original waren noch Motor und Dieseltank.

Ich hatte vor diesem Winter das erste mal so ein Diesel Additiv in den Tank gekippt, damit der Diesel nicht verschlammt. Hatte ich bisher noch nie gemacht und hatte auch noch nie Probleme mit dem Diesel.

Diesmal ist dann auf der Elbe, in Höhe des Kreuzfahrtterminals Altona, der Motor plötzlich langsamer geworden und dann ausgegangen. Glücklicherweise war in dem Moment nicht so viel los dort. Ich habe dann schnell den kleinen E-Aussenborder für den Notfall angebaut und wir sind wieder auf Kurs gegangen. Es kamen dann glücklicherweise ein paar Segler aus Finkenwerder vorbei, die uns bis dort in Schlepp genommen haben. Wir mussten aber weiter bis nach Wedel. Und wieder hatten wir Glück, das ein DRK Boot ebenfalls dort hin musste. Diese haben uns dann (mit Blaulicht) nach Wedel geschleppt:

Wir haben dann die Profis von Mikrofiltertechnik angerufen, die umgehend einen Termin gemacht haben.

Der Schlammdiesel wurde dann abgesaugt, gereinigt und mit Grotamar versetzt.

Alles super professionel, ohne einen Tropfen Diesel zu verschütten. Der Tank wurde natürlich gereinigt.

Vorher:

Nachher:

Uns wurde dann geraten beim Tanken immer ein wenig Grotamar mit in den Tank zu tun, was wir seit dem auch tun. Wir haben seit dem zumindest keinen Schlamm mehr im Diesel.

Der Volvo Penta 3 Zylinder von 1974 lief dann die ganze Saison soweit klaglos, bis in den August.
Wir kamen von einer Wochenend-Tour zurück und die Drehzahl geht plötzlich zurück. Wir sind noch bis in den Hafen gekommen und haben sofort angefangen zu untersuchen. Fazit: Wasser im Öl. Der Ölstand war weit über Maximum. Wo kommt das her? Keine Ahnung. Also die Profis von Carl Baguhn rufen.
Ohne ein Ausbau des Motors war aber keine genaue Diagnose zu stellen. Deshalb war dann die Saison zu Ende. Boot aus dem Wasser, Motor ausbauen und wegbringen. Dann die Diagnose: Kolbenringe und Kolbengehäuse hin. Kolbenringe hätte es noch als Ersatzteil gegeben, Kolbengehäuse nicht mehr.

Also als nächstes auf die Hanseboot und alle Hersteller dort ausgequetscht. Es stellen natürlich alle die besten Motoren her, die alle natürlich einzigartige Merkmale haben. Wir haben uns dann (auch nach einer nachträglichen Internet Recherche) für einen 40PS 4 Zylinder Lombardini entschieden.

Herr Rapp vom Marineservice Niederlehme kam dann am Abend nach der Hanseboot vorbei und hat sich alles angesehen und den Motorraum vermessen.
Er hat dann 'Anweisungen' gegeben, was ich sinnvollerweise vorbereiten kann und ein komplettes Angebot gemacht. In diesem Angebot war jede Schraube und jede Schelle, jedes Stück Schlauch auf den Zentimeter enthalten. Wow, sowas solides hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, und ich sehe in der Firma durchaus immer mal wieder Angebote von Firmen.

Der Auftrag wurde dann erteilt und ich habe ein neues Fundament für den Motor laminiert.

Alt:

Neu:

Die ganze Dämmung wurde gleich mit erneuert.
Das neue Motorpanel eingebaut:

Und im Januar kam dann der neue Motor dran:

Der Neue ist wesentlich leiser und damit ist das Fahren dann auch viel angenehmer.
Diese Saison hat uns der Neue dann schon eine ganze Weile durch die Gegend gebrummt, ohne auch nur einmal zu zucken.